Parson Russell Terrier

FCI-Standard Nr 339 / 17.10.2017

Übersetzung
C.Karli

Ursprung
Grossbritannien


Datum der Publikation des gültigen Original-Standardes
22.08.2017                   

Verwendung
Derber, widerstandsfähiger Arbeitsterrier, besonders für die Arbeit unter der Erde geeignet.

Klassifikation FCI
Gruppe 3 Terrier, Sektion 1 Hochläufige Terrier. Mit Arbeitsprüfung.

Kurzer geschichtlicher Abriss
Der Begründer der Rasse, John (Jack) Russell, wurde 1795 in Dartmouth, in der Grafschaft Devon, geboren. Er war Pfarrer und verbrachte den grössten Teil seines Lebens in Swimbridge, Devon. Er war ein grosser Jäger und Reiter und hatte sich der Terrierzucht verschrieben. 1873 war er einer der Gründungsmitglieder des Kennel Klubs. Er starb 1883 im Alter von 87 Jahren.
Schon während seines Studiums in Oxford erwarb er seine erste Terrier-Hündin, eine weisse rauhaarige Hündin mit Abzeichen am Kopf, die damals schon in wesentlichen Punkten dem heutigen Standard entsprach. Jack Russell nahm die unterschiedlichsten Einkreuzungen mit anderen einfarbigen oder bunt gefleckten Arbeitsterriers vor. Zuchtziel war immer die Arbeitstauglichkeit, ein typisches Rassebild kam in zweiter Linie. Dieser Tradition folgend wurden bis in die jüngste Vergangenheit im Jack Russell Terrier Einkreuzungen mit anderen Terrierrassen vorgenommen. Auch andere Rassen wurden eingekreuzt, führten aber zu wenig gelungenen Ergebnissen, da sie nicht dem Urtyp des Jack Russell entsprachen. Diese Rasse erfreut sich seit dem letzten Weltkrieg auf dem Kontinent einer zunehmenden Beliebtheit, ganz besonders bei Jägern und Reitern. Sie wurde am 22. Januar 1990 vom englischen Kennel Club anerkannt und ein offizieller Interim-Standard unter dem Namen "Parson Jack Russell Terrier" publiziert. Die FCI hat anschliessend am 2. Juli 1990 die vorläufige Anerkennung der Rasse beschlossen. Der (englische) Kennel Club gab der Rasse im Jahre 1999 den jetzigen Namen Parson Russell Terrier. Die endgültige Anerkennung durch die FCI erfolgte am 4. Juni 2001.

Allgemeines Erscheinungsbild
Arbeitsfreudig, lebhaft, wendig;  ohne Übertreibungen. Für Schnelligkeit und Ausdauer gebaut. Vermittelt einen allgemeinen Eindruck von Harmonie und Beweglichkeit. Natürlich erworbene Narben sind zulässig.

Wichtige Proportionen
Harmonisch gebaut. Die Gesamtlänge des Körpers ist geringfügig grösser als die Höhe vom Widerrist zum Boden. Die Entfernung von der Nasenspitze zum Stop ist ein wenig kürzer als die vom Stop zum Hinterhauptbein.

Verhalten / Charakter (Wesen)
Ursprünglich ein Terrier, der für die Arbeit im Fuchsbau gezüchtet wurde, ein selbstbewusster, aktiver und fröhlicher Hund mit der Fähigkeit und dem zur Arbeit im Bau geeigneten Körperbau.  Unerschrocken und freundlich.


KOPF                                                                                                                                keilförmig

 OBERKOPF                                                                                                                       Schädel: Flach, mäßig breit, zu den Augen hin allmählich schmaler werdend.

  Stop
Flach

 GESICHTSSCHÄDEL

   Nase
schwarz

   Kiefer/Zähne  
Kräftiger Kiefer, muskulös. Zähne von guter Größe und regelmäßig platziert; vollständiges Scherengebiß, wobei die obere Schneidezahnreihe ohne Zwischenraum über die untere greift und die Zähne senkrecht im Kiefer stehen

   Augen
Dunkel, mandelförmig, nie hervorstehend, mit leidenschaftlichem und intelligentem Ausdruck.

   Ohren
Klein, V-förmig, nach vorne fallend, dicht am Kopf getragen. Die Ohrspitze muss bis zum äusseren Augenwinkel reichen, die Falte nicht über dem höchsten Punkt des Schädels liegend. Der Ohrlappen ist mässig dick.

   Hals
Klar umrissen, muskulös, von guter Länge, sich zu den Schultern hin allmählich verstärkend.

Körper
Gut ausgewogen. Die Länge des Körpers ist geringfügig grösser als die Höhe vom Widerrist zum Boden

   Rücken
Kräftig und gerade und flexibel

   Lende
Kräftig und leicht gewölbt

   Brustkorb
Von mässiger Tiefe, dabei nicht tiefer als bis zum Ellenbogen reichend, bis hinter die Schultern von zwei durchschnittlich grossen Händen zu umfassen. Rippen gut geformt, weder übersprungen noch platt.

   Rute
Früher für gewöhnlich kupiert.
Kupiert: In ihrer Länge zum Körper passend. Kräftig, möglichst gerade, mäßig hoch angesetzt, in der Bewegung hoch aufgerichtet getragen, kann etwas tiefer getragen werden wenn sich der Hund sich in Ruhestellung befindet.                                                                                        Unkupiert: Von mässiger Länge und so gerade wie möglich, zur Ausgewogenheit der Gesamterscheinung des Hundes beitragend, dick am Ansatz, sich zum Ende hin verjüngend. Mässig hoch angesetzt, in der Bewegung hoch aufgerichtet, kann in Ruhestellung etwas tiefer getragen werden.

GLIEDMASSEN

   Vorderhand
Allgemein:
Mässiger Abstand zwischen den Vorderläufen, die gut unter dem Körper stehen müssen. Kräftige Läufe, die gerade sein müssen, mit Gelenken, die weder nach innen noch nach aussen stehen.

   Schultern
Lang und schräg, gut zurückliegend, klar umrissen am Widerrist.

   Oberarm
Von gleicher Länge wie die Schulter und in solchem Winkel dass die Vorderläufe gut weit zurück unter dem Körper stehen, unterhalb des Widerrists.                                                      

   Ellenbogen
Am Körper anliegend, an den Seiten frei beweglich.

   Unterarm
Kräftig und gerade, weder nach innen noch nach aussen gedreht. Die Länge der Vorderläufe sollte etwas grösser als die Tiefe des Körpers sein.

   Vordermittelfuss                                                                                                           Kräftig und biegsam.

   Vorderpfoten
Kompakt mit festen Ballen, Zehen mässig gebogen, niemals flach oder offen, weder nach innen noch nach aussen gedreht.

   Hinterhand                                                                                                                           Allgemein: Kräftig, muskulös, mit guter Angliederung

   Knie
Gut gewinkelt. Nicht übertrieben beweglich

 Unterschenkel                                                                                                                    Gut entwickelt

  Sprunggelenk
Tief angesetzt.

   Hintermittelfuss
Parallel, erzeugt viel Schub.

   Pfoten
Kompakt mit festen Ballen, Zehen mässig gebogen, niemals flach oder offen, weder nach innen noch aussen gedreht.

Gangwerk / Bewegung
Frei ausgreifend, ausgeglichen, ohne Übertreibungen. Schritte sollten von guter Länge sein, niemals steif oder hochsteppend. Hinterhand gibt viel Schub. Gut koordiniert; gerade im Kommen und Gehen.

   Haut
Muss dick sein und locker anliegen.

HAARKLEID

Haar
Ob Rau, Broken, oder Glatt: von Natur aus harsch, anliegend und dicht,  mit guter Unterwolle. Wetter abweisend. Bauch und Unterseiten behaart. Das fertig gemachte Haar (getrimmt) soll natürlich und niemals geschnitten aussehen.

Farbe
Vollständig weiss oder vorwiegend weiss mit lohfarbigen, gelben oder schwarzen Abzeichen oder jede Kombinationen dieser Farben.
Die Farbe beschränkt sich vorzugsweise auf den Kopf und / oder die Schwanzwurzel, aber eine geringe Körperfarbe ist akzeptabel.

Grösse
Rüden: Ideale Widerristhöhe 36 cm (14 ins)
Hündinnen: Ideale Widerristhöhe 33 cm (13 ins)
Am Wichtigsten ist die Stabilität und Ausggewogenheit beizubehalten mit Berücksichtigung, dass dieser Terrier für die Arbeit am Fuchs gezüchtet wurde/wird.

Fehler
Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten sollte als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte, jedoch stets in Anbetracht der Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlergehen des Hundes und auf seine Leistungsfähigkeit seiner  traditionellen Arbeit.

Aggressive oder überängstliche Hunde; Hunde, die deutliche psychische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden.

N.B.
Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.                                                                                                             
Es sollten nur funktionell und klinisch gesunde Hunde mit zuchttypischem Exterieur für die Zucht verwendet werden.

Dieser geänderte Standard ist ab Oktober 2017 in Kraft getreten.